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Bekanntes und Neues vereint: Neubeginn nach Hochwasserschaden
Veröffentlicht am: 21.04.2026, Lesedauer: 8 Minuten
Ein allumfassender Umbau war eigentlich gar nicht geplant, als Barbara Kadlec im September 2024 die elterliche Konditorei mit Kaffeehaus übernahmen. Doch dann standen die Fluten beim dreihundertjährlichen Hochwasser 90 cm in der Konditorei und im Kaffeehaus und richteten immensen Schaden an. Es galt nun, den Familienbetrieb wiederherzustellen – in Christoph Sindlgruber von AICHINGER fand Barbara Kadelc einen Ladenbauexperten, der mit viel Feingefühl und Verständnis diese Aufgabe umsetzte. Der Fokus lag dabei auf einer Transformation in ein neues Betriebs- und Gestaltungskonzept – zeitgleich blieben aber viele gewohnte und bekannte Akzente, die vor allem die Stammgäste mit der Konditorei verbinden.
1989 hatten die Eltern Waltraud und Gottfried Kadlec die Konditorei eröffnet und eines Stand immer an erster Stelle: Qualität. Die sprach sich nicht nur in der Marktgemeinde herum, sondern bis ins Waldviertel und nach Wien. Nicht nur wegen der Torten von Vater Gottfried, sondern wegen dem Eis und dem Frühstück von Mutter Waltraud. 70 Positionen umfasste die Eiskarte. Das Frühstück bei Kadlec war legendär, wurde in mehreren Gängen am Tisch auf Etageren serviert. Oft wurden mehr als 100 Frühstücksgedecke in der Küche vorbereitet.
Trotzdem war für Barbara Kadlec klar: einfach so wie ihre Eltern weitermachen konnte und wollte sie nicht. Daher gab es neben der optischen Neuausrichtung aus eine betriebliche.
Bekannte Akzente fortführen
Für Barbara Kadlec war schnell klar, dass für die vielen Stammgäste Bekanntes fortzuführen war. Rosa in verschiedenen Nuancen dominierte früher das Kaffeehaus. Nun sind die Sitzkissen auf den Bänken in Rosa und die Sitzpolster der Kaffeehausstühle mit Wiener Geflecht Rosé-Beige gehalten. Die Shop-Designer von AICHINGER rund um Christoph Sindlgruber haben bei den Oberflächen der Thekenanlage, der Fliesen, der Tischplatten und der Sitzbänke helle Erdtöne mit Karamell und Holz akzentuiert.
Mehr Flexibilität in der Produktpräsentation
Die Mehlspeisen, Kuchen und Torten werden in der Theke ARTline präsentiert. Daneben und in direkter Blickachse und Laufrichtung steht die Eistheke. Die 26 GN-Behälter werden im Winter herausgenommen und die Eistheke wird für die Präsentation von Keksen, Backwaren und Schokoladenspezialitäten genutzt.
Die Flexibilität begeistert Barbara Kadlec auch bei der über Eck verlaufenden Rückwand im Lochmuster. Marmelade, Honig, Verpackungen für den Außer-Haus-Verkauf von Eis werden auf den Tablaren präsentiert, hinter der Mehlspeisvitrine ist die Rückwand mit Drahtgitterkörben, Tablaren und Stangen bestückt. Dort wird Kleingebäck und Brot von vier ausgewählten Bäckern aus der Region verkauft. „Das System ist genial. Ich kann die Produkte optimal präsentieren und je nach Produkt die Regale umbauen und neu bestücken“, sagt Barbara Kadlec.
Sitzbereich als Mittelpunkt
Aber nicht nur die Produkte, sondern die Gäste gilt es optimal zu platzieren. Die Sitzbank und die Hockplätze an der Theke und der wellenförmig angeordnete Sitzbereich im Eingangsbereich sind die places to be: sehen und gesehen werden. Für Gruppen können die 60 x 60 cm großen Tische im mittleren Bereich zusammengeschoben werden. Wer es gerne ruhiger mag, setzt sich in den hinteren Bereich und kann dabei durch ein Fenster in die Eisproduktion schauen.
Hybrider Smart Store
Nach dem Umbau ist auch neu, dass das Kaffeehaus nur noch von Mittwoch bis Samstag geöffnet ist. Dafür ist im Windfang ein Mini-SB-Shop integriert. Die Bestseller und alles, was es zu einer Kaffeetafel braucht, werden in einem Tiefkühl- und einem Kühlschrank angeboten. Der Zugang erfolgt außerhalb der Öffnungszeiten mit einer Bankomatkarte, mit der auch bezahlt wird. „Ich möchte, dass die Mitarbeitenden unserer Familie einen Sonntag haben“, begründet Barbara Kadlec die hybride Lösung.
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