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„Thekentalk“ Folge 2: Die neue Rolle der Selbstbedienung
Veröffentlicht am: 23.07.2026, Lesedauer: 3 Minuten
Selbstbedienung wird im Handel immer wichtiger: SB-Bereiche wachsen, entwickeln sich weiter und prägen das Einkaufserlebnis vieler Kundinnen und Kunden. Warum dieser Trend anhält und welche Anforderungen Verbraucherinnen und Verbraucher heute an moderne SB-Konzepte stellen, erfahren Sie in der zweiten Folge unseres Podcasts „Thekentalk“. Unsere Gäste:
- Thomas Kunkel, selbstständiger Kaufmann REWE Kunkel, Vorstandsmitglied Rewe Süd/Südwest und Aufsichtsratsmitglied REWE Group
- Julian Kunkel, Familie REWE Kunkel
- Kristin Pirwitz, Konzept- und Einrichtungsberaterin AICHINGER
Welche Rolle spielt Selbstbedienung im LEH?
Der SB-Bereich (Selbstbedienung) gewinnt im Lebensmitteleinzelhandel zunehmend an Bedeutung. Für Kundinnen und Kunden bietet er zahlreiche Vorteile: Der Einkauf erfolgt schnell, flexibel und ohne Wartezeiten. Gleichzeitig ermöglicht die große Produktauswahl eine individuelle und spontane Kaufentscheidung.
Auch aus Sicht der Märkte spielt der Ausbau des SB-Angebots eine wichtige Rolle. Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels wird es für viele Unternehmen immer schwieriger, qualifiziertes Personal für die Bedientheken zu gewinnen. Selbstbedienungslösungen schaffen hier einen wichtigen Ausgleich, indem sie die Warenverfügbarkeit sicherstellen und gleichzeitig dazu beitragen, Umsätze effizient zu generieren. Somit entwickelt sich der SB-Bereich zunehmend zu einem zentralen Baustein im Lebensmitteleinzelhandel.
Flexibilität und Zukunftssicherheit im Fokus
Für Kaufleute wird es zunehmend wichtiger, Konzepte zu schaffen, die Bedientheken und Selbstbedienungsflächen optimal miteinander verbinden. Dabei stehen sie vor zentralen Fragen: Welchen Stellenwert wird der SB-Bereich künftig im Markt einnehmen? Wird es langfristig ausreichend Personal für Bedientheken geben? Und welche Kältetechnik bietet die nötige Flexibilität und Zukunftssicherheit?
Besonders gefragt sind Lösungen, die sich an veränderte Rahmenbedingungen anpassen lassen. Flexible Konzepte ermöglichen es, Abteilungen je nach Wochentag, Kundenaufkommen oder Personalsituation individuell zu gestalten und effizient zu bewirtschaften.
Gleichzeitig spielt die Investitionssicherheit eine entscheidende Rolle. Wer heute einen Markt modernisiert oder neugestaltet, plant für die kommenden 20 bis 25 Jahre. Dabei lässt sich kaum vorhersagen, wie sich das Einkaufsverhalten der Kundinnen und Kunden oder die Verfügbarkeit von Fachkräften in diesem Zeitraum entwickeln werden. Umso wichtiger sind zukunftsfähige Lösungen, die sich flexibel an neue Anforderungen anpassen und langfristig wirtschaftlich betreiben lassen.
SB-Erlebniswelt: Warum es heutzutage nicht reicht, nur Ware ins Regal zu legen
Die Erwartungen der Kundinnen und Kunden an das Einkaufserlebnis sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Inspirationen aus sozialen Medien, moderne Food-Konzepte und hochwertige Markterlebnisse prägen zunehmend die Ansprüche an den stationären Handel. Eine ansprechende Warenpräsentation ist deshalb längst mehr als nur ein optisches Extra – sie ist ein wichtiger Faktor, um Aufmerksamkeit zu schaffen und Kaufentscheidungen positiv zu beeinflussen.
Für Kaufleute bedeutet das, gezielt Kaufimpulse zu setzen und den Markt erlebbar zu gestalten. Dabei gibt es keine universelle Lösung: Entscheidend ist, welche Konzepte und Inszenierungen zum jeweiligen Standort und zur Zielgruppe passen. Ziel sollte es stets sein, Kundinnen und Kunden ein positives Einkaufserlebnis zu bieten und ihnen einen Mehrwert über den reinen Produkteinkauf hinaus zu vermitteln.
Besonders in den Frischebereichen bieten sich hierfür zahlreiche Möglichkeiten an. An Bedientheken oder in der Obst- und Gemüseabteilung lassen sich Produkte aufmerksamkeitsstark in Szene setzen und besondere Highlights schaffen. Ob eine Maschine zur frischen Ananaszubereitung, ein sichtbar integriertes Dry-Aged-Reifekühlhaus oder andere außergewöhnliche Präsentationselemente – solche Blickfänge wecken Interesse, fördern die Verweildauer und sorgen für Gesprächsstoff.
Letztlich entsteht ein nachhaltiger positiver Eindruck jedoch nicht allein durch die Inszenierung. Hochwertige Produkte, kompetente Beratung und freundlicher Service bleiben die entscheidenden Faktoren für Kundenzufriedenheit. Wenn attraktive Warenpräsentation, Qualität und persönliche Begegnungen zusammenkommen, wird aus dem Einkauf ein Erlebnis, das in Erinnerung bleibt.
Vor allem bei der jüngeren Generation ist SB beliebt
Es zeigt sich, dass insbesondere jüngere Konsumentinnen und Konsumenten häufiger zu Produkten aus dem Selbstbedienungsbereich (SB-Bereich) greifen. Ein wichtiger Grund dafür ist das veränderte Einkaufsverhalten: Viele möchten ihre Einkäufe möglichst schnell und unkompliziert erledigen und längere Wartezeiten an der Bedientheke vermeiden. Gleichzeitig wächst das Angebot im SB-Bereich kontinuierlich und umfasst zunehmend auch Trendprodukte wie beispielsweise Smash-Patties. Hinzu kommt, dass SB-Produkte in der Regel eine längere Haltbarkeit aufweisen als frische Waren aus der Bedientheke.
Gleichzeitig bietet der SB-Bereich die Chance, neue Kundengruppen an die Bedientheke heranzuführen – vorausgesetzt, beide Bereiche sind sinnvoll miteinander verknüpft. Die niedrigschwellige Produktauswahl im SB-Regal kann das Interesse an weiterführender Beratung wecken und dazu motivieren, gezielt nach besonderen Spezialitäten zu fragen. Gerade bei hochwertigen oder exklusiven Produkten wie Dry-Aged-Fleisch, handwerklich hergestellten Eigenproduktionen oder anderen besonderen Trendartikeln bietet die Bedientheke einen Mehrwert, der im Selbstbedienungsbereich oft nicht abgebildet werden kann.
Gestaltung: Was macht eine gute SB-Fläche aus?
Eine erfolgreiche Selbstbedienungsfläche muss auf mehreren Ebenen überzeugen – sowohl funktional als auch emotional.
Aus funktionaler Sicht sollte sich der SB-Bereich nahtlos in das Gesamtkonzept des Marktes einfügen. Das betrifft sowohl die Wegeführung als auch die gestalterische Integration. Besonders wichtig ist die Planung ausreichender Verweilzonen vor den Regalen, da Kundinnen und Kunden sich hier bewusst Zeit nehmen, Produkte zu vergleichen, zu entdecken und auszuwählen. Gleichzeitig müssen diese Aufenthaltsbereiche so gestaltet werden, dass weder der Kundenfluss im Markt noch das Anstellen an der Bedientheke beeinträchtigt werden. Ebenso entscheidend sind freie Blickachsen, damit die Orientierung im Markt erhalten bleibt und der Frischebereich seine volle Aufmerksamkeit entfalten kann.
Auf emotionaler Ebene geht es vor allem darum, Kundinnen und Kunden zu inspirieren. Kaum ein anderer Bereich im Markt lebt so stark von Impulsen und Ideen wie der Frischebereich. Hier suchen Verbraucherinnen und Verbraucher nach Antworten auf alltägliche Fragen: Was koche ich heute Abend? Welche schnelle Mahlzeit eignet sich für die Mittagspause? Und welche Produkte dürfen beim Grillabend am Wochenende nicht fehlen? Eine gelungene SB-Erlebniswelt greift diese Bedürfnisse auf, liefert Inspiration und macht Lust darauf, neue Produkte auszuprobieren. Wenn es gelingt, Kundinnen und Kunden zu spontanen Entdeckungen und zusätzlichen Käufen zu animieren, erfüllt der SB-Bereich weit mehr als nur eine Versorgungsfunktion – er wird zum echten Einkaufserlebnis.
Jetzt reinhören: Folge 2 „SB-Erlebniswelt: Mehr als nur Selbstbedienung?“
Die zweite Folge von Thekentalk zeigt, dass der SB-Bereich immer wichtiger für den Lebensmitteleinzelhandel wird und dass die Zukunft des SB-Bereichs bei flexiblen und erlebnisorientierten Konzepten liegt.
👉 Hier geht es zur zweiten Folge unseres Podcasts „Thekentalk“:
Freuen Sie sich auch in Zukunft auf weitere Folgen rund um Ladenbau, Food Retail und die Entwicklungen in der Foodbranche.
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